August 2026 - Neue Renaturierungsprojekte im Naturpark Hochmoor Schrems gestartet
Die neuen Maßnahmen umfassen die Wiederherstellung wichtiger Lebensräume und die Rettung einer lokal vom Aussterben bedrohten Moor-Baumart.
Einst war das Schremser Hochmoor mit 300 Hektar das größte Moor Niederösterreichs. Nach der letzten Eiszeit vor grob 8.000 Jahren entstanden, prägt es bis heute die Landschaft im Gemeindegebiet von Schrems und ist eine wertvolle Oase für spezielle Tier- und Pflanzenarten.
In Österreich sind kaum noch unberührte Moorflächen vorhanden und auch das Schremser Hochmoor wurde über Jahrhunderte entwässert sowie durch Torfabbau und Landwidmungsänderung stark verändert. Da Moore zu den empfindlichsten Ökosystemen gehören und stark bedroht sind, ist man inSchrems besonders um ihren Schutz bemüht
Aktuell werden auf 1,8 Hektar zwei neue umfassende Renaturierungsprojekte umgesetzt, um die geschädigten Bereiche so naturnah wie möglich wiederherzustellen. Das Naturpark- und Ramsar-Zentrum UnterWasserReich (UWR) leitet die lokalen Maßnahmen und setzt sie direkt vor Ort um. Durch die Bündelung verschiedener Maßnahmen werden Biotopschutz, Artschutz und Klimaschutz mit ökologischer Bewusstseinsbildung und langfristiger Wissenssicherung vereint.
Die Renaturierungen in Schrems werden als Teil eines österreichweiten Biodiversitätsfonds-Gesamtprojekts namens „Wiederherstellung wichtiger Lebensräume in Naturparken“ umgesetzt. Koordiniert wird das Großprojekt vom Verband der Naturparke Österreichs. Insgesamt setzen sieben Naturparke aus vier Bundesländern lokale Teilprojekte zur Lebensraumwiederherstellung um.
Im Mittelpunkt des ersten Schremser Teilprojekts steht die Spirke (Pinus uncinata), die eine sehr seltene Moor-Baumart ist. Im Naturpark Hochmoor existieren noch einzelne, stark geschädigte Individuen. Generell zählen Spirken-Moorwälder zu gefährdeten Lebensraumtypen und stellen in Schrems ein explizites Schutzziel dar. Ohne gezielte Maßnahmen droht diese bis zu 20 Meter hohe Art lokal auszusterben. Zu ihrer Rettung werden Spirkenzapfen aus einem relativ nahegelegenen Restvorkommen geerntet. Die Samen werden von Dr. Simon Jansen und seinem Team am Institut für Waldbau der Universität für Bodenkultur (BOKU) aufbereitet und aufgezogen. Anschließend werden die jungen Bäumchen auf bereits hydrologisch sanierten, wiedervernässten Moorflächen aufgeforstet.
Die Pflanzung soll nicht flächig, sondern punktuell und an den Standort angepasst erfolgen. Die betroffene Fläche umfasst ca. 1,6 Hektar. Ziel ist es, den lichten Charakter des Moorwaldes zu erhalten und gleichzeitig die Spirke wieder dauerhaft zu etablieren. Langfristig soll eine stabile, sich selbst erhaltende Population entstehen. Da es bislang österreichweit noch kein vergleichbares Unterfangen gibt, werden diese Maßnahmen in Schrems als Pionierprojekt erprobt.
Das Projekt „Wiederherstellung wichtiger Lebensräume in Naturparken – Renaturierung des Schremser Hochmoors“ wird zu 100 Prozent
durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen
und Wasserwirtschaft gefördert.