In der Naturparkregion Schrems wird seit 2025 ein Artkartierungsprojekt vom UnterWasserReich initiiert und durchgeführt. In Zusammenarbeit mit Expert:Innen mit dem Ziel, die Biodiversität der Region systematisch zu erfassen und wissenschaftlich zu dokumentieren.
Ausgangslage
Bislang sind nur wenige Biodiversitätsdaten aus der Region vorhanden. Oft ist unklar, ob historische Vorkommen seltener Arten noch bestehen. Genau hier setzt das Projekt an: Es schafft eine aktuelle und belastbare Datengrundlage für Forschung, Naturschutz und zukünftige Maßnahmen.
Projektziele
Zentrale Ziele des Projekts sind:
- Ausbau des Wissensstandes zur Biodiversität
- Aktualisierung vorhandener Daten, insbesondere zu seltenen Arten
- Systematische und wissenschaftlich fundierte Datensammlung
- Ableitung und Bewertung geeigneter Schutzmaßnahmen
- Monitoring, um Veränderungen der Biodiversität frühzeitig zu erkennen
Erfasst werden unter anderem Art (mindestens bis zur Gattung), Geschlecht, Fundort sowie eine Foto- und/oder Videodokumentation.
Methodik der Datenerhebung
Die Datenerhebung erfolgt durch unterschiedliche Nachweismethodik, Großteils direkte Nachweiserbringung wie Beobachtung, Rufe, Fotografie und Totfunde, aber auch durch indirekte Nachweise wie Trittsiegel, Losung, Federn oder ähnlichem.
Wo möglich erfolgt die Bestimmung direkt im Gelände, anderenfalls durch fachliche Nachbestimmung. Bei besonders schwierig bestimmbaren Arten wird auch mit externen Expert:innen kooperiert.
Erste Ergebnisse
Im Zuge der bisherigen Erhebungen konnten in der Naturparkregion zahlreiche Arten nachgewiesen werden. Darunter befinden sich zahlreiche seltene und bedrohte heimische Arten, aber auch invasive bzw. eingeschleppte Arten sollen beispielhaft angeführt werden:
| Auswahl seltener & heimischer Arten | Invasive / eingeschleppte Arten |
| Kleine Binsenjungfer | Indisches Springkraut |
| Waldwasserläufer | Roteiche |
| Fischotter | Amerikanische Kiefernwanze |
| Biber | Silberblättrige Goldnessel |
| Kreuzotter | Damhirsch |
| Moorbirke | |
| Spirke | |
| Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling | |
| Sumpfporst |
Bedeutung für Naturschutz
Artkartierungen spielen eine zentrale Rolle im Naturschutz. Sie ermöglichen es, Veränderungen in der Verbreitung und Häufigkeit von Arten frühzeitig zu erkennen und Rückschlüsse auf ökologische Entwicklungen zu ziehen. Die systematische Erfassung bildet damit die Grundlage für nachhaltige Naturschutzstrategien, der Umsetzung von Naturschutzprojekten und eine langfristige Sicherung der Biodiversität in der Naturparkregion Schrems.
Das Artkartierungsprojekt leistet somit einen Beitrag zum Schutz der heimischen Artenvielfalt und stärkt gleichzeitig das Bewusstsein für die Bedeutung funktionierender Ökosysteme.